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2009-05-12: MOBILE TIMES Weekly 0342
Glasfasernetze gehen in Betrieb
    Swisscable, der Dachverband der rund 250 Schweizer Kabel-TV-Unternehmen berichtet von einem erfolgreichen Branchenjahr 2008 mit Wachstum bei allen digitalen Diensten. Es konnten 110'000 Neukunden gewonnen werden, sodass per Ende 2008 rund 510'000 Haushalte digitales Kabel-TV abonniert hatten. Der Digitalisierungsgrad liegt allerdings erst bei rund 18 Prozent. Wachstumstreiber waren 2008 auch die Kabeltelefonie (+10 Prozent) und Breitbandinternet via Kabel (+5 Prozent). Praktisch gleich geblieben mit rund 2'867'000 (-0.48%) ist die Zahl der Kabel-TV-Anschlüsse.
    Sunrise hat in Zürich ihr erstes Glasfaserangebot vorgestellt und nutzt dazu das Glasfasernetz von ewz. Das Produkt heisst Sunrise home combi und beinhaltet digitales Fernsehen, schnelles Internet (30'000 kbit/s Download und 1'000 kbit/s Upload) und Festnetztelefonie um 109 Franken pro Monat. Einen Tag nach Sunrise lancierte Swisscom in Zürich ebenfalls Glasfaserangebote, allerdings erst als Testlauf. Ein erstes kommerzielles Angebot ist für spätestens Anfang 2010 zu erwarten. Die Bündelangebote ermöglichen die gleichzeitige Nutzung von bis zu drei hochauflösenden Fernsehkanälen (HDTV), Surfen mit Datenraten von bis zu 50'000 kbit/s (Downstream) und 10'000 kbit/s (Upstream) sowie Telefonie. Das mit Sunrise etwa vergleichbare Angebot Home basic (20'000 kbit/s Download, 1'000 kbit/s Upload) und zwei 2 HDTV-Kanäle kostet 111 Franken im Monat.
    Wo zwei bereits Glasfaser anbieten darf der Dritte nicht fehlen: Zeitgleich mit Sunrise offerierte Orange in Zürich «Office Fiber» für Unternehmen und nutzt dazu ebenfalls das Glasfasernetz ewz.zürinet. Angeboten werden vier verschiedenen Bandbreiten von bis zu 50 Mbit/s im Download und bis zu 30 Mbit/s im Upload. Ein Anschluss mit 30'000 kbit/s im Download und 1'000 kbit/s im Upload wird Orange Mobilfunkkunden um 59 Franken angeboten.
    Dass der Mobilfunk auch den Zahlungsverkehr erreicht hat, ist nicht neu, wohl aber die Möglichkeit von Postkonto zu Postkonto per SMS Geld zu überweisen, die jüngst von PostFinance lanciert wurde. Die neue Dienstleistung eignet sich für kleinere Beträge bis 100 Franken. Vor der ersten Überweisung muss man sich registrieren. Nebenbei können die Kundinnen und Kunden auch ihren Kontostand und die letzten Kontobewegungen per SMS abfragen. Nach eigenen Angaben ist PostFinance das erste Finanzinstitut der Schweiz das einfache Bankdienstleistungen für das Handy einführt. Pro Tag und Empfängerkonto sind Überweisungen von maximal 100 Franken möglich. Die Transaktion ist sowohl für Sender als auch für Empfänger kostenlos - abgesehen von der üblichen SMS-Gebühr, die je nach Handyabonnement variiert. Die Transaktionen werden nur bei positivem Kontostand ausgeführt, womit PostFinance einer allfälligen Verschuldung vorbeugt.
    Weltweit sind die Auslieferungen von Handys im ersten Quartal im Jahresvergleich um fast 16 Prozent zurückgegangen. Das heisst nun noch nicht, dass die Nachfrage ebenso stark zurückgegangen ist, sondern dass der Handel einen entsprechenden Rückgang erwartet und seine Lagerbestände abbaut. Bei den Job-Wechseln gibt es offensichtlich neue Rekorde. Immer schneller dreht sich das Jobwechsel-Karussell, ohne dass in den Unternehmen deshalb signifikante Veränderungen bemerkbar würden.
    Weil die Leute weniger Geld ausgeben, telefonieren sie auch weniger. Das gefällt den Anbietern - aus welchen Gründen auch immer - nicht und daher versuchen sie mit neuen - zumindest scheinbar günstigeren Tarifen - manchmal sogar mit kostenlosen Minuten - die Gesprächszeiten zu erhöhen. Der Stromverbrauch der Systeme bleibt dabei ohnehin beinahe gleich, aber das ist schon eine andere Geschichte...
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2009-04-18: MOBILE TIMES Weekly 0341
Telekommunikationszahlen 2007
    Die vom BAKOM veröffentlichte Fernmeldestatistik 2007 weist für das Berichtsjahr einen Umsatz von 2'319 Franken je Einwohner auf. Das bedeutet einen Anteil von 3,4 Prozent am Bruttoinlandsprodukt. Interessant ist daran, dass dieser Anteil seit Jahren nur geringfügige Schwankungen aufweist: Nach einem Höhepunkt von 3,6 % im Jahr 2004 sank er 2005 auf 3,5 % und 2006 auf 3,4 %. Dagegen stiegen die Aufwände für die Mitarbeitenden von 137'000 Franken pro Jahr und Mitarbeiter 2004 auf 153'700 Franken 2007. Der Gesamtumsatz je Mitarbeiter blieb aber annähernd gleich: 731'000 im Jahr 2004 und 732'000 im Jahr 2007.
    Die Zahl der Mitarbeiter, die dem Fernmeldebereich zurechenbar waren, stieg von 25'534 im Jahr 2004 auf 27'728 im Jahr 2007, die der Personen, die in im Fernmeldesektor tätigen Unternehmen beschäftigt waren von 52'915 auf 82'307.
    Die Anzahl der Festnetzanschlüsse ging in den letzten Jahren langsam aber kontinuierlich zurück. Gab es 2004 in der Schweiz noch 3'940'514 Anschlüsse, so waren es 2007 nur mehr 3'698'132. Dagegen stieg die Anzahl der Mobilfunkunden (Vertrag & Prepaid) von 6'274'763 im Jahr 2004 auf 8'208'884 im Jahr 2007. Dennoch wird im Festnetz nach wie vor mehr telefoniert. 2007 wurden im Festnetz 17'367 Millionen Minuten telefoniert, in den Mobilnetzen aber nur 8'311 Millionen Minuten.
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2009-03-31: MOBILE TIMES Weekly 0340
Swisscom & die Glasfaser
    In Liechtenstein läuft seit Anfang Monat ein Prozess, den Télésonique gegen frühere Mitarbeiter der Telecom Liechtenstein angestrengt hat. Télésonique wirft diesen Mitarbeitern vor, durch unsaubere Methoden den Wettbewerb im Fürstentum behindert oder gar verhindert zu haben.
    In St. Gallen hat man eine «Glasfaserpause» von zumindest zwei Monaten ausgerufen. Zwar hat sich das St. Galler Stimmvolk für den Bau eines städtischen Glasfasernetzes ausgesprochen. Kurz darauf fand ein Gespräch zwischen Swisscom-CEO Carsten Schloter und Stadtrat Fredy Brunner statt. Der wurde dabei anscheinend davon überzeugt, eine Zusammenarbeit mit Swisscom doch in Erwägung zu ziehen. In den nächsten zwei Monaten wollen sowohl Swisscom als auch die Stadt St. Gallen auf weitere Akquisitions- und Ausbauarbeiten verzichten. Die nächste Gesprächsrunde ist Ende April geplant.
    Möglicher Weise dient die kürzlich beschlossene Kooperation zwischen Kanton Freiburg, Groupe E und Swisscom als Muster für St. Gallen. Die Partnerschaft in der Westschweiz sieht vor allem eine enge Zusammenarbeit beim Bau eines Glasfasernetzes vor.
    SwissICT und die Schweizerischer Informatikergesellschaft SI haben den geplanten Zusammenschluss mit ICTswitzerland nicht vollzogen. 21 von 56 Stimmberechtigten waren gegen die Fusion. Dem Vernehmen nach waren die Gegenstimmen des Schweizerischen Verbands der Telekommunikation (asut) und einiger kleinerer Verbände aus der Westschweiz ausschlaggebend. Asut ist Mitglied von ICTswitzerland.
    Technologisch ist interessant sind die ersten Installationen von HSPA+. Nach Telstra in Australien folgt nun in Europa die mobilkom austria.
    Für den Alltagsbetrieb spannend könnte eine Entdeckung am MIT sein: Lithium-Ionen-Akkus müssen nicht unbedingt auf Lithium und Kobalt basieren. Es geht auch anders und die Akkus laden sogar schneller...
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2009-03-14: MOBILE TIMES Weekly 0339
Schweiz wieder einmal Vorbild für Österreich
    Die Swisscom hat das letzte Jahr mit einem kräftigen Umsatzzuwachs auf 12,198 Milliarden Franken abschliessen können, den sie vor allem dem Zukauf von Fastweb in Italien verdankt. Der Reingewinn ist aber trotz Umsatzzuwachs gesunken. Für das Geschäftsjahr 2009 der Marktführer offensichtlich ein stabiles Geschäft und erwartet (ohne Fastweb) einen Umsatz von 9,2 bis CHF 9,3 Milliarden Franken zu denen noch rund 1,8 Milliarden Euro von Fastweb kommen sollen.
    Telecom Liechtenstein kommt in die Schweiz und tritt hier als Wiederverkäufer der mobile Business-Lösungen von Orange Business Services auf.
    In Österreich hat einer der grossen unabhängigen Internet Service Provider, die Wiener Silver Server, die Schweiz als Beispiel für Österreich genannt. Besonders angetan haben es den Wienern die Glasfaserprojekte der Städte St. Gallen und Zürich, aber auch die Pläne in Bern, Basel und Genf.
    Die Indikatoren für die Wirtschaftslage zeigen weiter nach unten: Die CeBIT, «Leitmesse» der IT-Branche, schaffte gerade noch 400.000 Besucher - 20 Prozent weniger als im Vorjahr. Dass die Zahl der Aussteller kräftig gesunken ist, war ja schon vorher bekannt. Daher war die CeBIT auch nicht wirklich aufregend - zumindest nicht, was Neuigkeiten auf dem Sektor Telekommunikation betrifft.
    Für den Endkunden interessant ist aber, dass in diesen Wochen langsam die Auslieferung von schon angekündigten Endgeräten anläuft. Wie gut sich diese verkaufen, wird wohl vom Gefühl der Benutzer abhängen, ob sie sich in einer Wirtschaftskrise befinden - oder nicht. Nach den Handyverkaufszahlen von Gartner für das vierte Quartal 2008 dürfen wir jedenfalls im ersten Quartal 2009 keine Rekorde erwarten. Selbst wenn das Publikum plötzlich kaufwilliger wird, nützt das wenig, weil man branchenweit die Lagerbestände herunter gefahren hat.
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2009-03-03: MOBILE TIMES Weekly 0338
Sunrise jubelt ein halbes Jahr nach dem kommerziellen Start der Entbündelung über 46 000 entbündelte Anschlüsse. Was viel klingt, ist im Vergleich zu den von Swisscom angegebenen rund zwei Millionen entbündelungsfähigen Anschlüssen allerdings eher wenig. Dabei muss man aber bedenken, dass Sunrise damit mehr als 300 Anschlüsse pro Arbeitstag entbündelt hat. Viel Arbeit für die Techniker von Sunrise und Swisscom, aber bei diesem Tempo würde es zehn Jahre dauern, eine Million Anschlüsse zu entbündeln - wenn die Kunden das überhaupt wollen. Dabei hat Sunrise alleine bereits einen dreistelligen Millionenbereich investiert und so 185 Ortszentralen entbündelt. Bis Ende Jahr sollen über 300 weitere folgen.
    Die gerade laufende CeBIT ist ein Spiegel der Wirtschaftslage: Nach mehr als 5.800 Ausstellern 2008 sind es heuer nur rund 4300 Unternehmen, die sich auf der CeBIT präsentieren. Aber auch für die World Telecom der Internationalen Fernmeldeunion (ITU), die im Herbst in Genf über die Bühne gehen soll, sieht es noch nicht besonders gut aus: Laut Sanjay Acharya, dem Pressesprecher der ITU, hat man bis jetzt erst etwa ein Drittel der Anmeldungen, die man zu diesem Zeitpunkt erwartet hätte. Andererseits sagen neue Statistiken, dass nach wie vor Messen der beste Platz zum Anbahnen neuer Geschäfte sind. Aber wenn niemand neue Geschäfte anbahnen will, weil er die Finanzierung dafür von den Banken nicht bekommt, wird er wohl auch keine Messe besuchen.
    Die meisten Jahresabschlussmeldungen der Unternehmen waren eher traurig. Lediglich Apple sticht mit dem besten Geschäftsjahr der Firmengeschichte deutlich hervor. Ebenfalls Grund zum Jubeln hatten LG Electronic und Lenovo. Sonst aber häufen sich die Negativmeldungen. Manche Beobachter bezweifeln inzwischen, dass es sich hier um eine «normale» Wirtschaftskrise handeln und sprechen schon von einer «Zeitenwende» nach der nichts mehr so ist, wie es vorher war.
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2009-02-25: MOBILE TIMES Weekly 0337
Die lange erwartete Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichtes liegt vor und bestätigt die Auffassung der Eidgenössischen Kommunikationskommission und der Wettbewerbskommission, dass Swisscom den schnellen Bitstrom-Zugang zu regulierten Bedingungen anbieten müsse. Swisscom akzeptierte zwar das richterliche Verdikt, wies aber gleich darauf hin, dass dazu umfangreiche technische und vertragliche Vorarbeiten nötig wären. Entsprechende Vertragswerke könne man den alternativen Fernmeldeanbietern innert drei bis vier Monaten zustellen und sodann den regulierte Bitstromzugang im November 2009 realisieren. Verblüffend allerdings ein Hinweis der Swisscom in diesem Zusammenhang: Rund zwei Millionen Anschlüsse sind bereits entbündelungsfähig, aber bisher sind nur etwas über 40'000 Anschlüsse schweizweit komplett entbündelt.
    In Barcelona ist beim Mobile World Congress (MWC) der erwartete Boom an Android-Handys ausgeblieben. HTC liefert nun allerdings auch für Vodafone ein exklusives Android-Modell, womit die Briten nach den Deutschen von T-Mobile die zweiten sind, die ein Google-Handy im Angebot haben. Das weltweit dritte Google-Handy hat Huawei vorgestellt und damit ist der Google/Android-Hype für diesen MWC auch schon wieder vorbei. Auch die Hoffnung, dass Android zu einer einheitlichen Linux-Plattform für Handys führen werde, hat sich in Barcelona nicht erfüllt. Ganz im Gegenteil: Die wieder zu neuem Leben erwachte LiMo Foundation konnte ebenfalls auf zwei neue Handy verweisen, die in diesem Fall von NEC und Panasonic stammen.
    Für Windows Mobile war das Angebot das schon etwas grösser, denn abgesehen von zwei neuen HTC-Modellen gab es auch neue Windows Mobile Smartphones von LG und Samsung. Dazu kamen Ergänzungen für das Xperia von Sony Ericsson usw.
    Die eigentliche Überraschung bei den Smartphones war aber die Fülle an Symbian-Modellen, wo doch das neue einheitliche System der Symbian Foundation noch gar nicht vorliegt. Neben Nokia, das eine ganze Palette an neuen S60-Modellen vorstellte, kamen auch LG und Samsung mit neuen Modellen und Sony Ericsson brachte für das künftige Symbian OS eine hoch interessante Designstudie.
    Generell scheint die Hoffnung der Branche wieder einmal auf einem Angebot zu liegen, dass ein Unternehmen erfolgreich vorexerziert hat: Der Online Store. Nachdem Apple ganz offensichtlich mit dem App Store erfolgreich war, ziehen nun bald alle anderen nach. Nokia hat den Ovi Store, Microsoft eröffnete einen, Android hat schon den Android Market wie auch Samsung einen Application Store hat. Die Netzbetreiber schliessen entweder Bündnisse mit einem dieser virtuellen Läden oder denken über einen eigenen nach.
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2009-02-18: MOBILE TIMES Weekly 0336
Das Thema Glasfaser wird uns wohl noch eine Weile verfolgen. Energie Wasser Bern setzt ebenso auf das «openaxs»-Modell wie die Stadt Sankt Gallen, die jetzt von ihren Bürgern die nötigen Mittel bewilligt erhielt. Basel hingegen scheint an der Kooperation mit Swisscom festhalten zu wollen. Welches Modell schlussendlich siegt, ist ziemlich offen, denn im nachbarlichen Österreich hat die Stadt Wien, die bisher im Rahmen eines offenen Modells an die 500 km Glasfaser verlegt hat, kürzlich 76 % des dafür geschaffenen Tochterunternehmens an den Ex-Monopolisten Telekom abgegeben.
    In Basel-Stadt denkt man daran durch mehr aber weniger strahlende Mobilfunkantennen, die Gesamtbelastung durch die nichtionisierenden Strahlen zu verringern. Die Mobilfunker sollen durch sanften Druck dazu gebracht werden, dem Modell zuzustimmen. Der sanfte Druck soll durch nach Sendeleistung abgestufte Allmendbenutzungsgebühren und Dach-Mietpreise erzeugt werden.
    In der Romandie testen Universitätsspitäler in Genf und Lausanne «Green GSM» als Ersatz für die bisher genutzten Pieper. Die genutzten GSM-Systeme sollen deutlich weniger strahlen und das Personal ist über GSM-Endgeräte unmittelbar erreichbar, während über Pieper immer gehofft werden muss, das der Gerufene ein Telefon in der Nähe hat.
    Der Mobile World Congress bringt heuer nicht die übliche Begeisterung für neue Produkte. Es gibt zwar jede Menge davon, aber einen echten Neuheitenregen gibt es nicht. Die Hoffnung der meisten Hersteller richtet sich auf die Smartphones, die im letzten Jahr als Segment recht gut abgeschnitten haben. Ob allerdings jeder Handybesitzer wirklich einen kompletten Computer in der Tasche haben will, ist eher fraglich. Ein Nebenbereich, der bisher von kaum einem Analyseunternehmen - Ausnahme ist Berg Insight aus Schweden - intensiv studiert wurde, scheint plötzlich für die Anbieter interessant: M2M, die Mensch-Maschine-Kommunikation. Ob allerdings die doch meist staatlichen grossen Versorgungsunternehmen gerade in Zeiten drohender Arbeitslosigkeit ihre Zählerableser durch Maschinen ersetzen sollen?
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2009-02-11: MOBILE TIMES Weekly 0335
Das Glasfaser-Spiel geht weiter und noch ist kein Ende abzusehen. Dafür darf sich das Schweizer Fernsehen über Sony Ericsson als Hauptsponsor für MusicStar freuen und Auslandsschweizer bekommen vielleicht bald von ihren Heimatkantonen die Möglichkeit an Volksabstimmungen und Wahlen teilzunehmen. Vote électronique soll es möglich machen. Dass die Universitätsspitäler in Genf und Lausanne ihre interne Kommunikationsstruktur durch GSM ersetzen, sollte manchen Ärzten, die gegen GSM wegen einer behaupteten Gesundheitsgefährdung auftreten, Stoff zum Nachdenken geben.
    Nach Dell findet sich jetzt auch Acer in der Gerüchteküche, die vor dem Kongress in Barcelona brodelt. Während man bei Dell ein Smartphone mit Touchscreen und Windows Mobile - aber vielleicht auch Goggle Android - vermutet, sind die Details bei Acer noch vager: Es soll ein Smartphone werden. Auch Huawei sagt man Interesse an einem neuen Smartphone nach, das in diesem Fall mit Android ausgestattet sein soll. Schliesslich soll Nokia etwa planen, das es schon bei Psion - das ist die Ur-Firma von der Symbian eigentlich stammt - bereits gab: Ein Netbook. Ein wenig werden wir ja noch warten müssen, aber dann...
    In der Zwischenzeit setzt sich die Abwärtsspirale der Wirtschaft weiter fort. Wie befürchtet, hat Motorola eine tiefrote Bilanz gelegt und wird den geplanten Personalabbau noch deutlich ausweiten. Qimonda hat ein Werk in den USA geschlossen und selbst die Spiele-Industrie kann sich nicht mehr darauf verlassen, dass die Leute auch in Notzeiten noch spielen: Electronic Arts hat ein extrem schlechtes Ergebnis geliefert, obgleich Electronic Arts mit den FIFA-Spielen, den SIMs, Trivial Pursuit etc. über ein erfolgreiches Portfolio verfügt. Da wird es die Strategen in der kalifornischen Redwood City kaum trösten, dass auch eine andere Spiel-Ikone pleite ist: Letzte Woche musste mit Märklin, die grosse deutsche Modellbahnmarke Konkurs anmelden.
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2009-02-03: MOBILE TIMES Weekly 0334
In Basel wird ein Streit zwischen den einen alternativen Anbieter wie Orange und Sunrise oder EWZ mit den anderen alternativen Anbietern wie Cablecom, IW Basel und EW Bern offensichtlich. Während Orange und Sunrise Gespräche über den gemeinsamen Aufbau und Nutzung eines flächendeckenden städtischen Glasfasernetzes boykottierten, nahmen die anderen daran teil. Hintergrund ist der Streit um Ein- oder Mehrfasermodelle. Während beim Einfasermodell jeder Betreiber Zugriff auf diese hat, muss beim Mehrfasermodell jeder Betreiber seine eigenen Fasern in eine bestehende Trasse einziehen.
    Dass es dem Mobilfunk in der Schweiz wirtschaftlich noch recht gut zu gehen scheint, dokumentieren zwei Meldungen: Sunrise plant die Schaffung von 100 Arbeitsplätzen, vor allem im Bereich der Sunrise centers und beschleunigt den Ausbau auf der letzten Meile. Die für 2010 geplanten Investitionen werden bereits 2009 erfolgen. Dies führe zu einer Verdopplung des Auftragsvolumens im laufenden Jahr. Die Aufträge fallen vor allem bei KMU Betrieben an, die als Zulieferer auftreten. Sony Ericsson wieder ist neuer Hauptsponsor der vierten Staffel von MusicStar, die am letzten Sonntag auf SF 1 startet. Mit diesem Engagement will das Unternehmen natürlich seine Stärke im Bereich Musikhandys unterstreichen und die Musik- und Multimediadienste PlayNow arena und PlayNow plus einer breiten Zielgruppe bekannt machen.
    Die ersten neuen Handys des neuen Jahres wurden jetzt vorgestellt. Da es ja keine grosse Einkaufssaison gibt, kann das nur bedeuten, dass der Mobile World Congress in Barcelona vor der Tür steht. Das heisst, dass es in den nächsten Wochen eine Fülle von Neuigkeiten geben wird.
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2009-01-25: MOBILE TIMES Weekly 0333
Die Krise beginnt voll zuzuschlagen: Konnte man die Pleite von UIQ in Schweden noch als Folge der Umwälzungen im Symbian-Lager erklären, so ist weder die Pleite von Nortel - immerhin einer der grössten Netzwerkausrüster - noch die von Qimonda - letztere trotz kräftiger öffentlicher Unterstützung aus Deutschland und Portugal - einfach wegzudiskutieren. Bekämpft wird die Krise durch Unmengen an Geld, die eigentlich durch nichts gedeckt sind. Das heisst, die Krise, die ihre Ursache in einer zu grossen Geldmenge hatte, versucht man durch Vermehrung eben dieser Geldmenge zu bekämpfen. Die gängigen Wirtschaftstheorien, die mehrheitlich dem Wachstum verpflichtet sind, helfen da auch wenig, denn sie gehen fast immer davon aus, dass die jeweils nötigen Rohstoffe praktisch unbeschränkt vorhanden sind und lediglich ein Verteilungsproblem besteht, das es zu lösen gilt.
    Im Internet tummelt sich immer mehr bösartiges Getier, das gefährlicher als je zuvor ist und auch die Spezialisten der Virenbekämpfung vor teilweise unlösbare Probleme stellt. Manche Probleme, die dann entstehen, sind zwar hausgemacht, wie etwa die Verseuchung von Computern in Kärntner Spitälern, wo nach Medienberichten die aktuellen Patches noch nicht installiert waren - aber wir sollten uns doch darauf einstellen, dass es möglicher Weise in absehbarer Zeit heisst «rien ne va plus» - nicht geht mehr. Und das gilt für die Wirtschaft ebenso wie für die Elektronik.
    Die aktuelle Situation bringt aber auch Möglichkeiten. So konnte etwa die auf technologische Alarmierungssysteme spezialisierte Swissphone Telecom AG per 1. Januar 2009 eine eigene Tochterfirma in Denver, Colorado, gründen. Auch die Gerüchteküche findet neue Nahrung: Orange Schweiz soll demnach an einer Übernahme von Sunrise interessiert sein, was Didier Lombardi, Chef der Muttergesellschaft France Telecom, nicht kommentieren wollte, obgleich er kurz davor gemeint hatte, dass des für die Franzosen im derzeitigen Wirtschaftsklima unmöglich sei, irgendwelche grössere Übernahmen zu finanzieren.
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